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Samstag, 17. September 2011
Roman Flügel (Playhouse, Klang Elektronik / Frankfurt am Main)
Eric Walker (Phönix Rec. / Stuttgart)
Romy S., Stuttgart, Beginn: 23:00 Uhr
„Geht’s noch?“ Aber klar doch, und zwar so was von – denn seit Roman Flügel
im Techno-Zirkus mitmischt, ging es der internationalen Szene nie besser!
Roman Flügel ist zweifelsohne eine Schlüsselfigur der elektronischen Musik.
Er ist Mitbegründer und Inhaber der bereits legendären Labels „Ongaku“,
„Klang Elektronik“ und „Playhouse“, und war Teil von Kollektiven wie Acid
Jesus, Alter Ego und Sensorama – nur um mal die bekanntesten der bekannten
zu nennen.
Dabei fing alles, wie so oft, ganz harmlos an: Klein-Roman bekam Ende der
1980er einen Chicago-Trax-Sampler zu hören, und verfiel dadurch ziemlich
schnell den groovigen, ewig vorwärts marschierenden Beats. Nach einigen
Abenden in Sven Väths Über-Club „Omen“ war dann die weitere Lebensrichtung
klar: Statt 9-to-5-Job die volle Portion Techno. Er kaufte sich Equipment,
und begann zu experimentieren. Als er schließlich seinen Produzenten-Partner
Jörn Elling Wuttke kennen lernte, war es soweit: Der erste Erfolg schaute
vorbei. Denn was die Beiden als Alter Ego so produzierten klang so verflucht
authentisch nach Detroit-Techno, dass selbst die damaligen Stars der Szene
ehrfürchtig und eifrig lobten. Doch was die Beiden da zusammengeschraubt
hatten war keine bloße Kopie, sondern eine eigene Interpretation des
globalen Techno-Sounds. Sven Väth wurde sofort zum größten Fan der Beiden.
1998 erschien dann Romans erste Solo-EP, und 2004 folgte dann auf „Cocoon
“ Romans „Geht’s noch“, der Überhit, der bis heute alle zum Ausrasten
bringt. Seine Tracks haben vor allem eines gemeinsam: Sie sind Techno in
purer Ausführung, immer inklusive einer ordentlichen Schippe Rohheit und
Dreck. Dreck im positivsten Sinne, versteht sich. Klinisch reines und
glattes Hupfdohlen-BummBumm ist nicht so seins.
Roman – ganz der Kenner und Trendsetter – ist schon auch schon wieder einen
Schritt weitergegangen, und hat bei seinen aktuellen Tracks die
Techno-Schraube wieder angezogen. Will heißen: etwas schneller, etwas
direkter, etwas dreckiger. Gerade so als wolle er auch weiterhin dafür
sorgen, dass er seinen Ruf als Vormarschierer behält. Nachzuhören bei seiner
aktuellen Veröffentlichung „RiROm“, einer Kollaboration mit Ricardo
Villalobos.
Vor Ehrfurcht muss aber niemand im Romy S. auf der Tanzfläche stehen, wenn
sich Roman hinter die Plattenspieler schwingt. Fänd er sicher auch irgendwie
doof. Viel eher ist pflichtbewusstes Ausrasten angesagt. Bei seinem Set wird
das aber keine allzu schwere Aufgabe sein.







